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Endress+Hauser behauptet sich trotz Pandemie

Umsatz der Gruppe ging 2020 um 2,8 Prozent auf 2,577 Milliarden Euro zurück

04.05.2021 - Endress+Hauser hat das Pandemie-Jahr 2020 gut bewältigt. Trotz rückläufiger Umsätze hielt der Spezialist für Mess- und Automatisierungstechnik die Profitabilität auf hohem Niveau und stärkte seine Finanzkraft. Die Firmengruppe schuf neue Arbeitsplätze und baute das weltweite Vertriebs- und Produktionsnetzwerk aus. CEO Matthias Altendorf sieht das Unternehmen gut ausgerichtet, für unsichere Zeiten ebenso wie für eine wirtschaftliche Erholung.

Endress+Hauser hat das erste Jahr der Coronavirus-Pandemie gut bewältigt, so CEO Matthias Altendorf. Doch hat sie am Ende ihre Spuren in den Geschäftszahlen hinterlassen. So ging der Umsatz der Gruppe 2020 um 2,8 Prozent auf 2,577 Milliarden Euro zurück. Diese Zahl ist allerdings stark durch die Entwicklung der Wechselkurse beeinflusst. Außer dem Schweizer Franken werteten alle maßgeblichen Währungen gegenüber dem Euro ab. Ohne diese Einflüsse, so Finanzchef Luc Schultheiss, hätte Endress+Hauser fast den Vorjahresumsatz erreicht. „In lokalen Währungen liegen wir über dem Durchschnitt der Branche und haben uns im Markt gut behauptet.“
Einzelne Regionen, Branchen und Segmente entwickelten sich unterschiedlich. Von den drei umsatzstärksten Ländern erzielte nur China Wachstum, für Endress+Hauser nun der größte Einzelmarkt. In Deutschland und den USA dagegen gingen die Verkäufe zurück. Im Gegensatz zur Prozessmesstechnik verzeichnete die Laborinstrumentierung ein kräftiges Plus. Zyklische Branchen litten in der Krise, azyklische blieben stabil. „Die breite Abstützung im Markt hat uns geholfen“, so Matthias Altendorf.
Endress+Hauser trieb 2020 große Investitionsvorhaben voran. 205,9 Millionen Euro (10,9 Prozent weniger als im Vorjahr) flossen vor allem in die Produktion. Die beiden größten Projekte betreffen den Ausbau der Werke im deutschen Maulburg und im schweizerischen Reinach. Erweitert werden auch die Standorte Gerlingen und Waldheim/Sachsen in Deutschland sowie Aurangabad in Indien. Die Vertriebsgesellschaften in Kanada und Mexiko errichten ebenfalls neue Gebäude.
195,1 Millionen Euro gab das Unternehmen für Forschung und Entwicklung aus, 7,6 Prozent des Umsatzes. 276 Erfindungen meldete Endress+Hauser erstmals zum Patent an, 42 weniger als 2019. Für den CEO zeigt sich hier der Nachteil des Homeoffice: „Die Menschen sind kreativer, wenn sie sich gegenseitig inspirieren und kollaborativ nach Lösungen suchen.“ Die Innovationskraft der Gruppe ist jedoch intakt: 40 Produkte kamen 2020 neu auf den Markt; im laufenden Jahr sollen es 74 sein.

Guter Start ins laufende Jahr

2021 möchte Endress+Hauser im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Das Unternehmen startete mit Schwung ins laufende Jahr. In den ersten drei Monaten lag der Auftragseingang über den eigenen Zielen wie auch über dem noch starken ersten Quartal des Vorjahres. Allerdings belasten die Wechselkurse wiederum den konsolidierten Umsatz. Dazu erwartet das Unternehmen eine niedrigere Profitabilität, da viele Einsparungen des Jahres 2020 einmalig waren.
„Die Aussichten sind weiter von Unsicherheit geprägt“, betonte Firmenchef Matthias Altendorf. Neben weiteren Pandemiewellen und neuen Virusvarianten bereite die Lieferkette der gesamten Industrie weiterhin Sorgen. Endress+Hauser erhöht deshalb die Vorräte und stärkt das Lieferantennetzwerk. In China und Deutschland wurden zudem neue, leistungsfähige Logistikzentren in Betrieb genommen.

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