Automatisierung

Roboter als Tanzpartner

Erforschung der Grenzen von Mensch-Roboter-Interaktion durch Ballett-Performance in London

02.02.2021 - Dass Mensch und Roboter harmonisch und sicher miteinander agieren können, zeigte eine Tanz-Installation auf dem London Design Festival – neben den Tänzern mit auf der großen Bühne: Cobots und Greifer. 

Roboter kommen in Filmproduktionen meist relativ schlecht weg. Schaut man sich die aktuellen Hollywood-Blockbuster an, werden Roboter oft als bedrohliche Maschinen, finstere Gestalten mit bösen Absichten oder formwandelnde Außerirdische dargestellt, die in belebten Großstädten mit ihrem menschlichen Gegenüber epische Kämpfe austragen. Beim Betrachten der momentanen Welt und speziell mit Blick auf die mit Robotern arbeitenden Menschen zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Heutzutage werden Roboter zum Beispiel im medizinischen Umfeld eingesetzt, um komplexe und komplizierte chirurgische Eingriffe durchzuführen. Als verlässliche Assistenten übernehmen Medizinroboter Aufgaben, die das menschliche Können überschreiten oder auf Dauer für Chirurgen, Internisten oder Pfleger nicht erfüllbar sind. 
Mit dieser zweigeteilten Wahrnehmung von Robotern im Hinterkopf, entwickelten die Macher der BR Innovation Agency (BRIA) im Rahmen des letztjährigen London Design Festivals ihre ganz eigene Tanz-Installation. Ihnen ging es laut Brooke Roberts-Islam, Fashion Tech Innovator und Co-Direktorin der BR Innovation Agency (BRIA), darum, die Grenzen der Mensch-Roboter-Interaktion zu erforschen und dem Menschen die traditionelle „Angst“ vor Robotern respektive künstlicher Intelligenz zu nehmen. 

Ballett mit Robotern

Die Choreografie dieser Tanz-Performance für Menschen und Maschinen mit dem Titel „Slave/Master“ stammte von Rose Alice Larkings, künstlerische Leiterin beim London Contemporary Ballet Theatre. Die Ballett-Performance bildete das Kernstück einer mehrdimensionalen Installation im Londoner Victoria & Albert Museum. Neben der Choreografie war Alice Larkings auch in den Tanz selbst involviert. Zusammen mit Merritt Moore waren sie die Tänzerinnen, die sich ihren Roboter-Tanzpartnern anfangs noch mit zögerlicher Neugier näherten. „Allerdings schlug die Stimmung rasch um. Aggressiv und dominant schwelgten die Menschen geradezu in dem Machtgefühl, die Bewegungen der Roboter lenken und beeinflussen zu können. Zum Schluss wirkten die Roboter erschöpft und besiegt; sie versuchten, ihren menschlichen Unterdrückern auszuweichen“, beschrieb Rose Alice Larkings die Situation. „Man fand nicht mehr zusammen, es gab keine Versöhnung und kein Happy End.“ In einer Szene hielt einer der Roboter inne und vermittelte durch seine Gestik Atemlosigkeit, während er sich redlich bemühte, mit seinem menschlichen Partner mitzuhalten.

Sichere Chorografie mit Cobots 

Für die Installation des Londoner Festivals wurden kollaborative Roboter – sogenannte Cobots – des Roboterherstellers Kuka eingesetzt, die zusammen mit Menschen in ein- und derselben Arbeitsumgebung sicher interagieren können. Die Greifer für die Kuka-Cobots wurden dabei von der britischen Niederlassung des Rheinauer Greiftechnikspezialisten Zimmer Group in Zusammenarbeit mit dem Automatisierungsunternehmen Adelphi Automation geliefert. Im Hinblick auf diese Performance entschied man sich dabei für Greifer der Serie GPD5010NC-00-A der Zimmer Group. Die Universal-Greifer der Serie GPD5000 stehen mit ihrer Stahl/Stahl-Führung für dauerhafte Präzision, Robustheit und Langlebigkeit. Die Wahl der GPD5000-Serie erscheint umso passender vor dem gestalterischen Hintergrund, dass die Greifer der gleichen Serie im Jahr 2018 mit dem IF Designpreis sowie mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet wurden.
„Durch die Unterstützung führender Experten von Kuka Robotics, Adelphi Automation und SCM Handling sowie mithilfe von Autodesk-Software konnten wir unsere Roboter so programmieren, dass sie neben den „echten“ Tänzern auf der Bühne agieren und auf deren Bewegungen reagieren können, ohne ein Sicherheitsrisiko darzustellen“, so Brooke Roberts-Islam.

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